Billig, kitschig, glitzernd, bunt und schrill sind die
Konsumartikel
unserer Wegwerfgesellschaft, aus denen Alexandra von Hellberg
ihre künstlerischen Collagen und Wunderkammern zusammensetzt.
Die Künstlerin sammelt und untersucht ästhetisch minderwertige
Erzeugnisse, die dennoch in großen Stückzahlen produziert und
gehandelt werden, vom Souvenirkitsch bis zu religiösen
Devotionalien
wie Heiligenbildern und Friedhofsengeln, von Reklamefetischen
wie den Überraschungseiern bis zum Dekorkitsch der
Gartenzwerge.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht weniger das Stereotype
oder Klischeehafte, sondern das mysteriöse »Eigenleben«, das
die
einzelnen Produkte im zufälligen alltäglichen Nebeneinander
entwickeln:
Die Sentimentalität des einzelnen Objektes kippt dann
nicht selten ins Bedrohliche und entpuppt sich plötzlich als
hilflose
und triste Projektion einer unerfüllten Sehnsucht nach Glück.
Der Ausweg aus der ohnmächtigen Endlosschleife des Happy Ends
ist für Alexandra von Hellberg vor allem über eine
beträchtliche
Portion an Selbstironie zu finden, wie sie uns in den grellen
Selbstinszenierungen
vorführt, die gelegentlich auch ihren üppigen Apparat
an Objekten um Postkarten in einem erotischen Retrostil
erweitern. Im Wechsel von der Makroebene der Lebensbühne auf
die Mikroebene des Künstlerinnenateliers geht es in ihrem
Umgang
mit den Fetischen der Konsumgesellschaft nicht um Anklage oder
Kritik, auch nicht um ein Archiv des schlechten Geschmacks
(dieser
ist für die Künstlerin sowieso eine äußerst fragwürdige, weil
relative
Angelegenheit) oder die Enttarnung der Lüge (denn hinter der
Illusion
verbirgt sich gerade die Wahrheit des Träumers). Das
Lebenskunstwerk
der Alexandra von Hellberg gestaltet sich vielmehr als
Überzeichnung und Antwort auf eine (durchaus echte)
Gefühlsseligkeit,
die unsere Identifikation mit den Prinzessinnen der
aristokratischen
Gesellschaft oder den Damen der millionenschweren
High Society am Hollywood Boulevard provoziert. Sämtliche
Register
des Kitschrepertoires von Literatur und Malerei zieht die
Künstlerin
auch als Gestalterin von erotischen Exlibris mit badenden
Damen, küssenden Liebenden, röhrenden Hirschen und fliegenden
Elefanten, die sich auf diese Weise in die Schriften der
Hochkultur
von Goethe bis Foucault einschleichen. (mpd)
ALEXANDRA VON HELLBERG
BIOGRAFIE
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1968 in Bozen, lebt in Eppan
1988 – 1992 Kunstakademie Venedig
1996 Bob Blackburn’s Printmaking Workshop, New York
1996, 2001 Ausbildung im Center for Book Arts, New York
2001 Seminarleitung an der Kunstakademie Venedig
Arbeitsstipendium des Landes Südtirol für New York
AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)
2003 mixed pickles, Galerie Kim Schneider, München
Dokumentation,
Fotogalerie Wien
2002 death and angels in
New York,
Fotoforum Bozen
des kon i a,
Galerie Prisma, Bozen (mit Daniela Chinellato)
Erotisches Exlibris,
Triennale Bratislava und Havirov
Blobs, wiggles and dots, wegs and crustillations,
The Work Space, New York
Der verbotene Blick,
Prunksaal der ÖNB,Wien
BIOGRAFIA
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1968 a Bolzano, vive ad Appiano
1988 – 1992 Accademia delle Belle arti di Venezia
1996 Bob Blackburns printmaking workshop, New York
1996, 2001 Corso di formazione al Centro di arte libraria di
New York
2001 Docente ad un seminario dell’Accademia delle belle arti
di Venezia
Borsa di lavoro per New York offerta dalla Provincia Autonoma
di Bolzano
MOSTRE (PRINCIPALI)
2003
mixed pickles, Galerie Kim Schneider, Monaco
Dokumentation, Fotogalerie Vienna
2002
death and angels in New York, Galleria Fotoforum Bolzano
des kon i a, Galleria Prisma, Bolzano (con Daniela
Chinellato)
Erotisches Exlibris, Triennale di Bratislava e Havirov
Blobs, wiggles and dots, wegs and crustillations, The work
space,
New York
Der verbotene Blick, Biblioteca nazionale austriaca,Vienna
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